Drei Installationen und eine Performance
Drei Installationen
Es beginnt und endet mit der musikalischen Installation „Sirenen Karaoke“ am Eingang des Theaters. An diesem Ort, wo die Grenze zwischen „Außen“ und „Innen“ undefiniert ist, hören wir nicht auf, geschlechtsspezifische Gewalt sichtbar zu machen. Des Weiteren wird an einem stillen Örtchen die Audioinstallation „Meine Ehefrau“ / „Mein Ehemann“ präsentiert, in der ein persönlicher Brief vorgelesen wird, der die vertraute Umgebung einer Frau* als sicheren Ort hinterfragt. In einem weiteren Raum finden die Zuschauer Geborgenheit in der Installation „Herein spazieren in die Vulva“. Dort werden die Zuschauer*innen eingeladen, durch eine sinnliche Erfahrung Empowerment zu erleben.
Fotos: Team von Hey SORORA!
Eine Performance
In der „Feministischen Werkstatt“ befassen sich die Performer*innen mit den Gefühlen von Angst, Scham und Wut. Diese Emotionen treten besonders in geschlechtsspezifischen Gewaltsituationen auf und sind ein großer Teil des Alltags einer Frau*. Die Performance behandelt Feminizid und verbindet dabei persönliche Geschichten, Rollenbilder und Beispiele der Selbstermächtigung. Am Ende siegt die Lust, ein Gefühl, das eine kollektive Erfahrung der SORORITÄT1 antreibt und in einem feministischen Reggaeton Ausdruck findet. Auf diese Weise werden die Zuschauer*innen eingeladen, sich in der Werkstatt zu beteiligen und aktiv gegen Feminizid und Gewalt an Frauen* und anderen FLINTA-Personen zu demonstrieren.
1 SORORITÄT: Verbundenheit, Schwesternschaft.
Fotos: Dominique Brewing
WIR befinden uns oft in Situationen, in denen Gefahr und Verletzlichkeit präsent sind. WIR vergessen, verleugnen oder akzeptieren sogar diese Situationen als normal. WIR kennen eine Frau* oder sind eine Frau*, die Opfer frauenfeindlicher Gewalt ist und vielleicht sogar ermordet werden könnte. WIR als Mütter, Väter, Partner*innen, Töchter, Söhne, Freund*innen, Arbeitgeber*innen, Schwestern, Brüder, Angestellte, … sehen es auf uns zukommen und WIR beschließen das nicht zu ignorieren und sprechen darüber. Geschichten, Situationen und Emotionen fließen zusammen und das WIR der SORORITÄT wird zu einer gemeinsamen Stimme, zu einem gemeinsamen Körper.
Fotos: Team von Hey SORORA!
La Fuchsia Kollektiva und das Thema Feminizid
Seit 2021 arbeiten Künstler*innen von La Fuchsia Kollektiva daran, Feminiziden und Gewalt an Frauen* sichtbar zu machen. 2021 begannen sie mit einer Reihe von Instagram-Posts u. a. über Zeichen der normalisierten Gewalt an Frauen* und Kämpfe gegen Gewalt an Frauen*. 2022 erforschten sie theoretisch und performativ das Thema bei dem Projekt Alles aufs Spiel. Aus diesem Forschungsprozess entstand die interaktive Broschüre Achtung FEMINIZID! WIR setzen ALLES AUFS SPIEL!. 2023 folgte die performative und multimediale nächtliche Stadtwanderung in Stuttgart-Ost Feminicidio! Lass uns darüber sprechen!

Foto: Jan Hottmann
Team
Johana Gómez – Konzept, Textfassung, Performance, Künstlerische Bindung und Projektmanagement
Magda Agudelo – Konzept, Performance und Öffentlichkeitsarbeit
Laura Galeano – Konzept, Performance und Öffentlichkeitsarbeit
Jasmin Schädler – dramaturgische Beratung, Außensicht und Performance
Felix Nagl – live Musik und Sounddesign
Daniela Alberto – Aktivismus und Performance
Lilou Prochazkova – Aktivismus und Performance
Miriam Brunnert – Ausstattung und Performance
Laura Mendoza Gleser – Ausstattungsassistenz
Dahab Paulos – Lektorat und Abendspielleitung
Doris Schopf – Lichtdesign
Jeiny Cortés – Projektmanagement
Paola Tamayo – Videodokumentation
María Gutiérrez – Grafikdesign
Gunnar Julius – Web
Team Theater RAMPE – Technik
Unterstützer*innen
Daura Hernández García – Choreographische Unterstützung
Maya Witte – Sprechtraining
Laura Kiefer – Awareness
Victoria Hassel – Awareness
Die Performance und die drei Installationen fanden am 20., 21. und 22. März 2025 im Theater Rampe statt. Es wurde auf Deutsch, stellenweise Spanisch, Englisch und Aymara gesprochen. Die Altersempfehlung war für Jugendliche und Erwachsene ab 16 Jahren. Die Performance auf der Bühne dauerte ca. 60 Minuten und die Installationen durften eine Stunde vor und eine Stunde nach der Performance besucht werden.
Kooperation und Förderung
Hey SORORA! WIR setzen alles aufs Spiel! ist eine Produktion von La Fuchsia Kollektiva e.V. in Kooperation mit Theater RAMPE, Stuttgart. Gefördert durch die Landeshauptstadt Stuttgart, den Landesverband freier Tanz- und Theaterschaffender Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, des Landes Bank Baden Württemberg Stiftung und der Freie Tanz- und Theaterszene Stuttgart. Mit freundlicher Unterstützung der Ateliergemeinschaft Bahnhofstraße e.V., Fläche e.V., Das Feministische Frauen*gesundheitszentrum Stuttgart e.V. und Frauen helfen Frauen e.V Stuttgart.













































